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Der Arbeitskampf bei Gate Gourmet
Düsseldorf macht vor dem christlichen Fest der Nächstenliebe
nicht halt, unsere Solidarität auch nicht - ganz im Gegenteil!
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Am heutigen Vormittag ab 11 Uhr fand
ein ökumenischer Solidaritäts-Gottesdienst vor dem
Streikzelt auf dem Flughafengelände statt. VertreterInnen von 3
Religionsgemeinschaften hielten Ansprachen. Neben RepräsentantInnen
der evangelischen und katholischen Kirche trat ein !--
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-->islamischer Geistlicher auf und
richtete sein Wort an die streikende Belegschaft. Die Veranstaltung
war gut besucht: Ca. 100 Menschen hatten sich trotz Kälte und
Nieselregen am 79. Streiktag eingefunden, um ihre Solidarität zu
bekunden und dem Gottesdienst beizuwohnen. Die Atmosphäre war
angenehm, viele Menschen hielten Kerzen in der Hand und es gab Kaffee
für alle.
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Zugegeben – es lauschte nicht jedeR
aufmerksam den Redebeiträgen, immerhin fielen einige weniger
gläubige Personen in der Menge auf, die sich angeregt mit den
ArbeiterInnen über deren aktuelle Situation unterhielten. Die
Motivation der Streikenden ist noch sehr gut, gemessen daran, dass
der
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-->Arbeitskampf seit nunmehr fast einem
Vierteljahr andauert. Ein Arbeiter sagte wörtlich: „Wenn es
sein muss, streiken wir auch bis zum Sommer!“ Das regelmässige
Erscheinen solidarischer Gruppen und der intressierten Öffentlichkeit
wirkt motivierend. Wir werden sehr freundlich aufgenommen, das ist
deutlich spürbar!
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Nach dem Gottesdienst waren wir
programmatisch frei. Die NGG verräumte geschäftig ihre
Grosstransparente und den Kaffeepavillion. Eine Gruppe von ca. 25
Frauen und Männern versammelte sich spontan zu einer
Demonstration unmittelbar vor dem Werkstor. Die Unnachgiebigkeit des
Unternehmens und der fortgesetzte Streikbruch sind dazu Grund genug!
Friedlich, aber in klassenkämpferischem
Bewusstsein bereiteten wir der Gate Gourmet erhebliche logistische
Probleme. Drei LKW und der Tranporter eines Lieferanten wurden durch
unsere Anwesenheit am Verlassen des Betriebsgeländes Richtung
Rollfeld gehindert. Die Firma bot <!--
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--Sicherheitspersonal auf, aber dieses
konnte uns nur am Betreten des Betriebshofes hindern. Die LKW kamen
keinen Meter von der Stelle. Versuche, uns mit Gewalt von der Strasse
zu drängen, scheiterten im ersten Anlauf. Gate Gourmet rief die
Polizei.
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Nach einer Viertelstunde tauchte ein
Streifenwagen mit drei BeamtInnen auf, die sich zunächst ein
Bild von der Lage machten und das Gespräch suchten. Die Polizei
wägte in durchaus angemessener Weise die rechtlichen
Implikationen eingehend ab. Unser Recht auf Versammlungsfreiheit und
Spontandemonstrationen stand gar nicht zur Debatte. Gate Gourmet
wollte
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-->uns Nötigung vorwerfen lassen, was
wir jedoch zurückwiesen. Immerhin nötigte uns das
Unternehmen, den Ort der Versammlung zu verlegen. Das liessen wir uns
so nicht bieten, wofür die Polizei Verständnis zeigte. Sie
sah den Tatbestand der Nötigung von unserer Seite als noch nicht
erfüllt, liess aber durchblicken dass wir uns auf „rechtlich
sehr dünnem Eis bewegen“.
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Diese Verhandlungen nahmen eine weitere
Viertelstunde in Anspruch, konnten aber mit den drei anwesenden
PolizistInnen nicht abschliessend, und schon gar nicht zur
Zufriedenheit der Streikbrecher (maskulinum genügt an dieser
Stelle), geklärt werden. Die Sicherheitsleute wurden zunehmend
nervös und versuchten von zwei Seiten, die
DemonstrationsteilnehmerInnen vor dem LKW wegzudrängen. Sie
fingen an, auf einzelne Personen einzuprügeln. Unverzüglich
walteten die beiden Polizistinnen ihres Amtes und liessen die
Angreifer wissen, dass Selbstjustiz nicht angehe. Man habe gefälligst
zu warten, bis die Polizei die Angelegenheit regelt. Das könne
dauern, sei aber korrekt. Damit war die befürchtete Eskalation
auch schon beendet.
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Es erscheinen zwei weitere
Polizeifahrzeuge auf der Bildfläche, diesmal mit einem älteren
Beamten, der versuchte, einen Versammlungsleiter (maskulinum genügt
auch hier, der Polizist hatte in der Tat zunächst nur die Männer
im Blick) ausfindig zu machen. Wir konnten selbstverständlich
niemanden benennen. Der Polizist liess
jedoch nicht locker und griff sich wahllos jemanden heraus. Laut
Versammlungsgesetz habe er das Recht dazu. Wir entgegneten, dass wir
als hierarchiefreie Gemeinschaft agieren und somit keinen Anführer
bräuchten. Erstaunt stellte der Beamte fest, dass er dann mit
allen zugleich sprechen müsse. Sowas! Um jedes
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-->Missverständnis zu vermeiden: Die
gesamte Diskussion mit der Polizei fand exakt vor der Stoßstange
des LKW statt. Der Fahrer war inzwischen sogar aufgefordert worden,
den Motor abzustellen.
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Nach insgesamt einer Dreiviertelstunde
Blockade wurde die Versammlung von der Polizei friedlich aufgelöst,
ohne dass jemandes Personalien aufgenommen worden waren. Wir hatten
erfahren, dass die Polizeigewerkschaft aktuell ganz ähnliche
Forderungen stellt wie die Belegschaft von Gate Gourmet und man im
Prinzip unsere Solidarität mit dem Streik vor Ort nicht in Frage
stellt. Ein Straftatbestand konnte auch nicht festgestellt werden,
zumal die LKW auf Anweisung der Gate Gourmet Verantwortlichen auf das
Firmengelände zurück gefahren und dort abgestellt worden
waren. Erzählungen einiger DemonstrantInnen zufolge ist in der
Vergangenheit wesentlich strikter vorgegangen worden. Ein
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-->Unternehmensrepräsentant trat vor
uns und liess vernehmen, dass soeben eine LTU-Maschine ohne Catering
nach Jugoslawien gestartet sei. Die Passagiere bekämen nun drei
Stunden lang nichts zu essen, ohne jemals von uns und dem Sinn des
Streiks zu erfahren. Unser gesamtes Handeln sei sinnlos, das sage er
emotional völlig unbeteiligt als Geschäftsmann! - Amen.
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Eingeweihte Kreise aus der streikenden
Belegschaft wussten aber mehr. Das Ergebnis einer Dreiviertelstunde
Blockade mit nur 25 solidarischen Menschen kann sich sehen lassen:
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5 Flugzeuge der LTU sind in dieser Zeit
ohne Catering an Bord abgeflogen!
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Besonders die Abschiedsworte der
streikenden ArbeiterInnen an uns sprechen Bände:
„Fröhliche Weihnachten – und
danke für das Geschenk!“
- FAUD4 -